Cityringen: eine architektonische Vision für die nächste Generation der Kopenhagener U-Bahn
Stadtring Metro

Kopenhagen ist eine der am dichtesten besiedelten Regionen Dänemarks. Die neue City Circle Line (Cityringen) erweitert das bestehende System der Stadt und ist ein wichtiger Bestandteil der Bemühungen, bis 2025 kohlenstoffneutral zu werden. Metroselskabet, Kopenhagens Verkehrsbehörde, beauftragte Arup in einem Joint Venture mit Cowi und Systra als multidisziplinären technischen Berater für das größte Bauprojekt der Stadt seit über 400 Jahren.
Die neue Linie soll mehr Einwohner dazu bewegen, ihr Auto stehen zu lassen und auf ein umweltfreundlicheres Nahverkehrsnetz umzusteigen. Mit über 16 Kilometern doppelröhriger Tunnel und 17 neuen Bahnhöfen sorgt Cityringen dafür, dass die meisten Kopenhagener weniger als 600 Meter von einer Bahn- oder U-Bahn-Station entfernt sind.
Wir haben den architektonischen Entwurf mit einem nutzerzentrierten Ethos bei jedem Schritt geleitet. Unser intuitiver Minimalismus, der von der skandinavischen Designtradition inspiriert ist, hat zu geräumigen, lichtdurchfluteten Bahnhöfen mit charakteristischen Innenfassaden und Materialien geführt, die den Geist der Gebiete widerspiegeln, die sie verbinden.
Entworfen als Bausatz
Wir leiteten die Arbeiten an allen 17 Bahnhöfen und betrachteten jeden einzelnen als gigantischen "Bausatz". Das Ergebnis ist ein kostengünstiges, rationelles Design- und Bausystem mit individuellen Merkmalen und nahtlosen Übergängen von der Straße zum Bahnsteig.
Jede Station hat ihre eigene Identität und eine intuitive Wegführung, die es auch Kindern ermöglicht, sich in der U-Bahn zurechtzufinden. Skulpturale Wandpaneele und Verkleidungen dienen als Innenfassaden, um den Fahrgästen die Navigation zu erleichtern und die einzigartige Identität jeder Station zu unterstreichen. Als Hommage an die Gebiete, die sie bedienen, sind die Stationen mit Farben und Materialien ausgestattet, die die Umgebung widerspiegeln, wie z. B. die Verwendung wunderschöner, in Fossilien eingebetteter sandfarbener Kalksteinplatten in Marmorkirken und die Verwendung kräftiger roter Verkleidungen zur Kennzeichnung von Umsteigestationen.

Licht und Zweck
Unsere Vision war es, dass jedes Element seine Aufgabe erfüllt. Die asymmetrischen, skulpturalen Oberlichter dienen nicht nur als Belüftungsöffnungen, sondern lassen auch natürliches Licht in die Bahnhöfe eindringen, wodurch das schlichte Design zum Vorschein kommt und ein visuelles Element an der Oberfläche entsteht. Ein ähnlicher Ansatz wird bei der architektonisch integrierten Beleuchtung verfolgt, bei der die Origami-Decken" als Reflektoren dienen und durch maßgeschneiderte LED-Beleuchtung ergänzt werden, um Blendung zu vermeiden.
Kompaktes, cleveres Design
Die vorhandenen kompakten fahrerlosen Züge ermöglichten es unserem Team aus Ingenieuren, Designern und Verkehrsberatern, kleinere Bahnsteige zu entwerfen, die die Gesamtfläche der Bahnhöfe verkleinern und den Bedarf an Abrissarbeiten auf Baustellen in der ganzen Stadt reduzieren. Die Bahnhöfe wurden als "Cut-and-Cover"-Strukturen mit einer Grundfläche von weniger als 64 m x 20 m konzipiert und wo immer möglich unter Parks und Plätzen platziert, um die Auswirkungen auf den Verkehr, die Versorgungseinrichtungen und private Grundstücke zu minimieren.
Die Entwicklung anderer Strategien für die Doppelnutzung von Bahnhöfen trug dazu bei, die Gesamtgrundfläche des Bahnhofs zu verringern. Wir entwarfen Oberlichter für die Belüftung der Bahnhöfe im Brandfall und verringerten so die Abhängigkeit von mechanischen Rauchabzugsanlagen und stationseigenen Geräteräumen. Unsere Arbeit an Brand- und Sicherheitsstrategien sowie an der Tunnelbelüftung während der Entwurfsphase trug dazu bei, die Anzahl der dazwischen liegenden Fluchtschächte um etwa 30 % zu reduzieren, wodurch die visuellen und physischen Auswirkungen auf die darüber liegende Stadt erheblich verringert wurden.



Ein guter Bürger
Eine große U-Bahn-Erweiterung stellt für jede Stadt eine langfristige Störung dar, aber ein sorgfältiges Programmmanagement sorgte dafür, dass Ladenbesitzer, Anwohner und Besucher ihr Leben auch während der achtjährigen Bauzeit unbeeinträchtigt weiterführen konnten. Geotechnik und Tunnelbau wurden bis ins kleinste Detail geplant und durch ein umfangreiches Netz von Überwachungspunkten sorgfältig überwacht.
Die Einbettung von 17 Bahnhöfen in eine historische Stadt ist eine heikle Planungsaufgabe, die besondere Kenntnisse erfordert. In Marmorkirken sollte der Bahnhof 40 Meter unter der Erde liegen, um die Fundamente der Marmorkirche aus dem 19. Jahrhundert zu umgehen. In Gammel Strand wurde der Bahnhof teilweise unter dem Slotsholmen-Kanal gebaut, wobei der Kanal für Touristenboote offen gehalten wurde, die in einem Tunnel durch die Anlage fuhren.
Wir sind der Meinung, dass Cityringen eines der großen modernen Beispiele für elegantes, intuitives Bahndesign ist. Indem wir auf die Bedürfnisse der Kopenhagener Bürger hörten und auf den Stärken des bestehenden Systems der Stadt aufbauten, bewiesen wir, dass die Architektur von Bahnsystemen wesentlich zur Identität einer Stadt beitragen kann. Mit sorgfältiger Planung haben wir ein Verkehrssystem entworfen und realisiert, das auch in Zukunft kosteneffizient gewartet werden kann.
Was wir geliefert haben
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Einfühlsame Gestaltung des größten Bauprojekts in Kopenhagen seit über 400 Jahren
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Einsatz dualer Planungsstrategien für den Bau eines kosteneffizienten modernen U-Bahn-Systems
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Ein modernes, elegantes Verkehrssystem, das dem Charakter Kopenhagens entspricht
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